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Tantra / Vajrayana


Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Dharma,Sutra (sk) und Tantra (sk).


Zwei Arten von Sutra:

  1. Lehrreden des historischen Buddha (Lehrrede = Sutte (p), die Sutten sind der zentrale und umfangreichste Teil des Palikanon)

  2. Die Mahayana-Sutras (wiederum unterteilt in die Prajnaparamita Sutras und die Sutras der „3. Drehung des Rades der Lehre“)

Sutras gelten als Buddhawort. Sutra-Buddhismus ist grundsätzlich völlig offen und universal, jedes Lebewesen, welches dazu in der Lage ist, kann Sutras studieren und entsprechend üben.

Die höchste Sichtweise, die im Sutra-Buddhismus entwickelt wurde, ist die Synthese von Cittamatra und Madhyamika. Ein weiterer grundlegender Terminus des Sutra-Buddhismus ist die Lehre von der „Buddhanatur“

Jedes bewußte Wesen hat das Potential, alle Phänomene als leer von unabhängiger Eigenexistenz zu erkennen, inklusive des Bewußtseins selbst. Bewußtheit, sich selbst erkennend: Das ist die Buddhanatur. Sie wird oft mit etwas stets vorhandenem verglichen, welches durch Praktiken erst zu tage gefördert werden muss, z.B. mit Butter, die in der Milch bereits enthalten ist, oder mit Metall, welches durch einen Raffinationsprozess erst aus dem Erz gewonnen werden muss. Die Buddhanatur ist immer vorhanden, sie ist das Wesen des Bewußtseins. Sie kann nicht erzeugt werden und sie kann nirgendwo anders gefunden werden als im eigenen Geist. Es reicht nicht, dies intellektuell zu verstehen, man muss (einen meist sehr langen) Prozess der Raffination durchlaufen, um die ursprüngliche Natur des Bewußtseins zu sehen. Alle Methoden in allen Schulen des Mahayana haben zum Ziel, die Buddhanatur wieder zu erkennen. Jedes Mal in allen unseren Inkarnationen, wenn wir ein Phänomen für unabhängig eigenexistent gehalten haben (Unwissenheit) und deswegen (!) Gier oder Abneigung gegenüber diesen Phänomen entwickelt haben, haben wir einen weiteren Schleier der karmisch wirksamen Gewohnheitstendenz zwischen unseren alltäglichen diskursiven Geist und unsere Buddhanatur gezogen, daher können wir die Buddhanatur nicht mehr erkennen. Selbst wenn wir wissen, daß sie hier ist, gehen aufgrund dieses Wissens die Schleier nicht weg, wir müssen einen nach dem andern entfernen, ein Prozess, der Ähnlichkeit mit dem Zurückspulen eines Films hat, der schon seit Ewigkeiten läuft. Scheinbar völlig unstrukturierte Methoden wie z. B. die Zen-Meditation fördern gerade durch ihre Passivität einen Inhalt nach dem anderen nach oben, und ermöglichen es so, all diese Inhalte als leer von Eigenexistenz zu erkennen.


Tantra, die zweite Art des Dharma unterscheidet sich bezüglich der Sichtweise in keiner Weise von Sutra. Tantra fußt auf der höchsten Entwicklung des Sutra-Dharma, der Synthese von Madhyamika und Cittamatra, sowie den Lehren von der Buddhanatur. Das ist sehr wichtig zu verstehen!


Um Tantra in unserem Sinn vom Hindu-Tantra und vom westlichen „erotisch-therapeutischen Tantra“ zu unterscheiden, verwende ich dafür künftig den Begriff Vajrayana.

Sutra = Mahayana inklusive Hinayana

buddhistisches Tantra = Vajrayana

Die zwei Arten des Dharma heißen auch deswegen Sutra und Tantra, weil das Klassen von Texten sind. (Dharma heißt auch Lehre, und die Lehre ist in Texten niedergelegt). Die Sutra-Texte haben wir schon besprochen, die Tantra-Texte, Tantras genannt, gelten ebenfalls als Buddhawort.


Was unterscheidet nun Sutra von Tantra?

Die Methode, mit welcher die Buddhanatur erkannt wird.


Die Methoden des Tantra sind geheim, nicht für jedes Wesen geeignet, man benötigt unbedingt einen qualifizierten Meister, sie sind individuell maßgeschneidert, im Vergleich zum Sutra wirken die Methoden sehr rasch.



Geheim:

Viele Menschen, gerade im „aufgeklärten Westen“ stoßen sich an geheimen Dingen. Sie sind der Meinung, daß vorhandene Informationen allgemein zur Verfügung stehen müßten, weil sie sonst zu Machtmißbrauch etc. führen. Die Esoterik-Literatur suggeriert häufig, eine bisher geheim gehaltene Überlieferung zu offenbaren, eben zum Beispiel in Form eines Buches, welches die „Geheimnisse“ erstmals beschreibt. (Wer an so etwas glaubt ist selbst schuld. Es ist völlig ausgeschlossen, durch ein Buch irgendetwas über eine echte geheime magische Tradition zu erfahren). Ohne das belegen zu können, weil es nur von Vajrayana-Praktizierenden nachvollzogen werden kann, behaupte ich:

  1. Selbst wenn man tibetisch kann und Zugang zu JEDEM tibetischen tantrischen Werk hat (was praktisch unmöglich ist) wird man dadurch NICHTS vom Geheimnis erfahren.

  2. Selbst wenn man aus einem Meister der Tantras alles herausbekommt, was er weiß, speziell was die mündlichen Instruktionen betrifft, also das was möglicherweise nicht in Texten zu finden ist, auch dann wird man NICHTS vom Geheimnis erfahren.

Nicht mal ein wenig? Nun eine Ahnung kann man bekommen, aber diese Ahnung gleicht sehr den Mutmaßungen Pubertierender über den Geschlechtsverkehr, bevor sie selbigen ausüben. Die Geheimnisse der Tantras sind ERFAHRUNGEN, und der einzige Weg, diese Erfahrungen zu gewinnen, ist es, unter Anleitung eines qualifizierten Meisters tantrische Lehren zu üben.


Nicht für jedes Wesen geeignet:

Auch das schmeckt den Westlern nicht, sie wollen das spirituelle immer demokratisch, politisch korrekt und so weiter, so eine Art Wahrheits-/Ekstase-Futternapf, aus dem sich jeder Vorbeikommende bedienen kann. Vajrayana-Praxis ist genauso wenig für jeden Menschen geeignet, wie auch nicht jeder Mensch Düsenjägerpilot oder Gehirnchirurg werden kann. Seltsamerweise sehen wir ein, daß nicht jeder Mensch die Fähigkeit zu jedem Beruf hat, aber wir hätten gern, daß jeder Mensch zur Befreiung gelangen kann. Kann er ja, aber mit den Sutra-Methoden. Sutra ist für alle geeignet (per definitionem, ich erinnere daran, daß ausnahmslos alle Wesen im gleichen Boot sitzen, welches Mahayana genannt wird). Die erfolgreiche Anwendung der Vajrayana-Methoden verlangt aber einige Fähigkeiten:

Da Vajrayana nicht für alle geeignet ist, macht es wenig Sinn, es möglichst weit zu verbreiten. Je mehr man es verbreiten will, desto weniger muß man an Qualifikation verlangen. Das ist ganz logisch, wenn ich will, dass es mehr Akademiker gibt, muß ich den Weg zu einem Studienabschluss vereinfachen. Vajrayana verlangt aber eine sehr hohe Qualifikation, sonst ist es kein Vajrayana, sondern zum Beispiel tibetischer Volksbuddhismus. Vajrayana-Gruppen, die damit werben, wie viele Zentren sie haben, oder wieviel Prozent der Buddhisten zu ihnen gehören, betreiben definitiv KEIN Vajrayana, sondern Fundraising für reichlich umdüsterte Lamas oder was auch immer.

Aus dem gesagten sollte auch klar sein, daß das Volk der Tibeter kein Volk von Vajrayana-Übenden ist, oder anders gesagt, ein solches Volk kann es genau so wenig geben wie ein Volk von Gehirnchirurgen.

Wenn man beim Lesen dieser Anforderungen vermutet, sie nicht zu erfüllen, trotzdem aber gern Vajrayana üben möchte, ist das ein gutes Zeichen. Durch beständige Praxis unter kompetenter Anleitung kann man Dinge verwirklichen, die man für sich nie für möglich gehalten hätte, das ist ganz was anders als dieses nebulose sich-schon-etwas-erleuchtet-vorkommen, wie es im Westen unglaublich weit verbreitet ist. Angsthasen werden furchtlos, Mauerblümchen faszinierend, Spießbürger verabschieden sich von ihrer Firma, Egomanen haben nur noch das Wohl ihrer Nächsten im Auge, wenn solche magischen Verwandlungen passieren, handelt es sich um Vajrayana-Übende.



Man benötigt unbedingt einen qualifizierten Meister:

Auch das ist ein Punkt, der im Westen gar nicht gefällt (Im Osten übrigens auch immer weniger).

Da wird viel geplappert vom „inneren Meister“, dem „eigenen Weg“, einem „spirituellen System“, welches man gemäß eigenen Bedürfnissen zusammenstellt (meist aus angelesenen Dingen oder solchen, die man auf unverbindlich besuchbaren Workshops gelernt hat), kaum jemand ist bereit, zu einem Meister hinzugehen, und von der Pike auf vielleicht zehn Jahre lang etwas zu lernen bis man es beherrscht. Das ganze ist natürlich eine Strategie, um alles zu lassen wie es ist, genau das ist die Funktion des Meisters, eben dies zu verhindern. Glaubt jemand, das es möglich ist, Befreiung zu erlangen, Anuttara Samyak Sambodhi, die vollkommene unübertreffliche Erleuchtung, den höchsten Bewußtseinszustand, der erreichbar ist, weil eben das ganze Potential des Geistes ausgeschöpft wird (= Erfahrung der Buddhanatur), all dieses zu erlangen, und dabei alles zu lassen wie es ist? Die eigentliche Funktion des Meisters ist die Relativierung der Gewohnheitstendenzen,

es kann in der Praxis sehr lang dauern, bis man einen Meister findet, der dazu willens und in der Lage ist, und es kann auch lange dauern, bis man selbst dazu bereit ist. Es gibt nicht nur viele Meister, denen es an Qualifikation bzw. eigener Befreiung/Verwirklichung mangelt, es passt auch nicht jeder Meister zu jedem Schüler. Der ultimate Meister ist nicht eine lieb lächelnde Vaterfigur, der einem alles gibt, woran man Mangel hat, sondern meistens SCHRECKLICH.

Alles andere sind Lügen, Wunschprojektionen, Fundraising und so weiter. Wenn ich Geld für irgendwelche Klöster auftreiben will, darf ich natürlich nicht schrecklich sein, sondern ich muss lieb sein. Die Größten schaffen es allerdings, schrecklich zu sein und den Schüler, nachdem sie ihm das letzte Geld aus der Tasche gezogen haben, in reinste Ekstase zu versetzen, doch das sind Ausnahmerscheinungen. (Ich hatte das Glück, einer solchen zu begegnen, Chhimed Rigdzin Rinpoche). Zum Punkt Guru Yoga wird es noch weitere Details geben.


Nach dieser Darlegung über die höchste Funktion des Meisters eine schlichtere Begründung, warum ein solcher nötig ist. Da es sich um eine Geheimlehre handelt, die von Meister zu Schüler in persönlicher Instruktion weiter gegeben wird, benötigt man einen Meister. Der Meister gibt Einweihung, Textermächtigung und mündliche Instruktion, diese hat er wiederum von seinem Meister, dieser hat wieder einen Meister uns so weiter, auf diese Art wird die so genannte Überlieferungslinie gebildet. In vielen Vajrayana Texten heißt es, das jeder Meister einen Meister hat. Steckt da nicht ein Fehlschluss drinnen? Irgendwer muß doch der erste gewesen sein?

Also ist jemand ohne Meister gewissermaßen aus eigener Kraft zum Meister geworden. Also kann auch ich ohne Meister zum Meister werden ....

(Merkwürdig, daß die alten Texte diese Idee nicht kennen, auf die jeder Westler nach kurzer Zeit kommt).

Was sagt man da? Es ist wahr. Diejenigen, die das Vajrayana entwickelt haben, die ersten indischen Mahasiddhas, haben dies tatsächlich aus einer vollkommenen Verwirklichung der Sutra Lehren heraus getan. Sie haben so lange unendliches Mitgefühl entwickelt, bis diese Einpunktigkeit das subtile energetische System erweckt hat (d. h. die Energien in den Zentralkanal gebracht hat). Sie haben solange über Leerheit meditiert, bis sie durch Wände gehen konnten. Sie haben solange die vorhanden altindischen religiösen und magischen Systeme durchdrungen, bis sie daraus das von der Identität Mitgefühl/Leerheit geprägte Vajrayana entwickeln konnten.


Ich sehe das ganz pragmatisch: Wenn ich jemanden begegne, der mir auf einem Gebiet völlig überlegen ist, welches mich brennend interessiert, dann versuche ich von diesem Menschen möglichst viel zu lernen.

Die Meister-Schüler Beziehung sieht generell anders aus, als man vermutet, wenn man erst am Anfang steht, genügt ein Lehrer, von dem man das Gefühl hat, daß er weiter ist als man selbst. Der ultimate Meister, der in der Literatur immer beschrieben wird, wird sich am Anfang des Pfades üblicherweise nicht einstellen – hauptsächlich, weil man das selbst verhindert.


Individuell maßgeschneidert:

Die Vajrayana-Methoden werden für jeden einzelnen Schüler individuell angepasst. Jeder erhält (allmählich) abgesehen von öffentlich zugänglichen Einweihungen und Instruktionen private Unterweisungen, die zur intellektuell-emotionellen Struktur des Schülers passen. Manche denken vielleicht, daß das wohl selbstverständlich ist, ist es aber nicht. Im Soto-Zen etwa gibt es eine einzige Übung, alle Übenden machen sie. Das ist in vielen Dharma-Traditionen so, es gibt eine Übung oder wenige Übungen oder eine Abfolge, durch die alle durch müssen (auch in den Anfangsphasen des Vajrayana gibt es ähnliches). Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem herausgefunden werden muss, wie genau ein bestimmter Schüler vorgehen muss, um einen Balken nach dem andern wegzuräumen, welcher der Erfahrung der Buddhanatur entgegen steht. Auch aus diesem Grund ist ein Meister erforderlich. Der Meister ist nämlich deswegen Meister, weil er immer weiß, was zu tun ist, das ist eine ganz besondere Kunst, den die Schüler sind auch SCHRECKLICH, irrsinnig kompliziert und völlig von ihren Leidenschaften besessen. Genau das ist der Weg: Brennendes leidenschafltiches Verlangen nach Erleuchtung.


Die Methoden wirken sehr rasch:

Das ist keine Werbebehauptung, sondern geht aus dem bisher Gesagtem hervor. Vajrayana ist in heutiger Sprache ausgedrückt auf äußerste Effizienz getrimmt, es wird keine Zeit verschwendet (zumindest in der höchsten Abteilung). Ein Balken nach dem anderen wird demontiert, gesprengt, verzaubert, umgefärbt, je nach dem was passend und machbar ist. Die Hindernisse werden direkt angegangen. Die Geistesgifte werden nicht unterdrückt, sondern als Betriebsmittel für den Pfad verwendet. (Das ist eine Besonderheit der Anuttara Tantra Abteilung der Lehren). Man verschwendet keine Zeit damit, anders sein zu wollen, als man sein kann. Man wartet nicht passiv auf eine sich irgendwann plötzlich einstellende Erkenntnis, wie es z. B. im Zen-Buddhismus gemacht wird, sondern geht aktiv und organisiert vor. Das Tempo ist auch nicht jedermanns Sache, siehe dazu den Punkt über die Eignung.


Vajrayana ist etwas für Menschen, die so großes Mitgefühl haben, daß sie rasch zur Erleuchtung gelangen möchten, damit sie möglichst bald für andere von Nutzen sein können, egal was sie dabei für Schwierigkeiten auf sich nehmen müssen.

Vajrayana ist etwas für Menschen, die schon so viel gelitten haben, daß sie einfach nicht mehr länger warten wollen, das Leiden zu beenden.

Vajrayana ist etwas für Menschen mit heftigen Leidenschaften, die nicht unterdrückt werden können, sondern in ein Pfadmittel verwandelt werden MÜSSEN.





Stufenweg / Vorbereitende Übungen


Da nur die wenigsten aufgrund spezieller Erfahrungen schon für die höheren Weihen des Vajrayana bereit sind, gibt es seit der Gründerzeit des Vajrayana eine systematische vorbereitende Schulung. Es gibt davon zwei Arten, die erste wird als „Lam Rim“ (tib.) bezeichnet, was Stufenweg heißt. Es handelt sich um ein System von Übungen, welches den ganzen bisher in diesem Grundlagenseminar besprochenen Stoff, also das Sutra-System, mit entsprechenden Meditationen bearbeitet. Das ganze läuft ungefähr so, daß man etwa im Verlauf einer Klausur in einem Kloster drei Tage über Tod und Vergänglichkeit meditiert, dann drei Tage über die Nachteile des Daseinskreislaufs, später über die „Stufen der Meditation über die Leerheit“ was genau in der besprochenen Synthese von Madhyamika und Cittamatra endet und so weiter. Solche Stufenwege enthalten aber auch Übungen, die nur dem Vajrayana eigen sind, zum Beispiel Betrachtungen über die Erfordernis eines Guru und die Qualifikation desselben. Es gibt Stufenwege in zahlreichen Variationen und verschiedenen Längen, manchmal auch unter anderen Bezeichnungen, jede tibetische Tradition hat dazu einen oder mehrere Texte, die durchgearbeitet werden müssen.


Dann gibt es noch die speziellen vorbereitenden Übungen, Ngön Dro (tib.) genannt. Das sind Übungen, die definitiv zum Vajrayana gehören, meist wird ein bestimmter Ablauf gezählt, zum Beispiel 100 000 Niederwerfungen mit Visualisation des Zufluchtbaumes. Da Lam Rim und Ngön Dro unvermeidlicher Weise einen stark sichtbaren Dualismus enthalten, kann man sie zum äußeren Tantra zählen. (Das innere Tantra geht von Anfang an über den Dualismus hinaus)

Typische Elemente eines Lam Rim sind:


Die vier Erwägungen, die den Geist dem Dharma zuwenden:


Die Meditationen der „vier göttlichen Verweilungszustände“: Liebe, Mitgefühl, Mitfreude, Gleichmut.


Die Entfaltung des relativen Erleuchtungsgeistes


Die Meditationen über die Leerheit, wie sie in den aufeinander folgenden Stufen der Mahayana-Sichtweisen dargelegt werden, gipfelnd in der Synthese von Cittamatra und Madhyamika.


Die sechs Bodhisattva – Paramitas


Und so weiter, ihr könnt euch vorstellen, dass man das alles sehr komprimiert abhandeln kann, aber eben auch auf hunderten Seiten breit darstellen kann. Dementsprechend gibt es Lam Rim Versionen, die man in einer Woche „durch hat“, und solche, für die man Jahre benötigt.


Typische Elemente der vorbereitenden Übungen sind:


Die Wiederholung der Zufluchtsformel (zu Buddha, Dharma, Sangha, zu Guru, Yidam und Dakini),

verbunden mit Niederwerfungen.


Die Entfaltung von Bodhicitta, diesmal meist mit einem Vers, der immer wiederholt wird.


Die Praxis von Vajrasattva, was einerseits eine sehr gut wirkende Reinigungspraxis ist, andererseits eine erste Erfahrung im „Gottheitenyoga“, der zentralen Übung des Vajrayana.


Das „Mandala-Opfer“ wobei man visualisiert, alle Dinge den Objekten der Zuflucht zu opfern.


Guru Yoga, der Punkt, der am häufigsten mißverstanden wird, und zwar sowohl von Leuten, die das ohnehin nicht üben wollen, als auch von solchen, die es üben ...



Literatur:


Dalia Lama: Gesang der innern Erfahrung (Lam Rim der Gelug-Schule)

Gampopa: Der kostbare Schmuck der Befreiung (Lam Rim der Kagyü-Schule)


Patrul Rinpoche: Die Worte meines vollendeten Lehrers

(Ngön Dro Abhandlung der Nyingma Tradition. Mit Vorsicht zu geniessen da stellenweise sehr dualistisch, aber umfangreiche Einführung in das Thema mit vielen Geschichten)


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