Einleitung
Grundsätzliches zum Skriptum
Fachtermini sind in Sanskrit angeben, wenn nicht anders vermerkt. Pali-Termini sind bei erster Nennung mit (p) bezeichnet, tibetische mit (t). Auf die wissenschaftliche Transskription wurde verzichtet, d. h., in der Literatur können andere Schreibweisen auftreten.
Das Grammatikproblem der Bevorzugung des männlichen Geschlechts löse ich durch häufige Bevorzugung des weiblichen Geschlechts. Auf den Nachweis vieler Zitate wird häufig verzichtet, allerdings wird die Natur der Quelle immer klar sein. Der lockere Umgang vieler tibetischer Lamas mit den Quellen wird vermieden. Lamas sagen oder schreiben oft „Der Buddha hat gesagt: ....“, in Wirklichkeit stammt aber die Aussage nicht vom historischen Buddha, sondern aus den Mahayana-Sutras, Tantras oder gar den Kommentaren. (mehr zu diesen Literatursorten später).
Literaturverweise stehen in [ ] Klammern.
Dharma
ist ein wichtiges Wort mit vielen Bedeutungen, in diesem Text will ich es als Bezeichnung für die buddhistischen Lehren verwenden.
Zweck des Dharma:
Der einzige Zweck des Dharma ist die (endgültige) Befreiung vom Leiden.
Darunter wird nicht nur das augenfällige Leiden wie z. B. Krankheit verstanden, sondern das Leiden an sich, welche das Dasein als Mensch mit sich bringt. Diese Leidbefreiung wird als vollkommen „diesseitige“ verstanden, nicht als eine Erhöhung im Himmel nach dem Tode oder ähnliches.
Dharma ist
keine Philosophie, weil Philosophie allein nicht vom Leiden befreit
keine Religion im üblichen Sinn, weil Religionen im allgemeinen nicht die völlige Leidbefreiung aus eigener Kraft (!) anstreben.
keine Form von Psychologie oder Psychotherapie (allerdings sind oft therapeutische Prozesse notwendig, bevor mit der Dharma Praxis begonnen werden kann)
keine Wissenschaft im landläufigen Sinn, die physiologischen Wirkungen mancher Meditationen wurden zwar schon erforscht, aber diese Messwerte sagen natürlich nichts darüber aus, was im Geist des Meditierenden geschieht.
kein Kasten, in dem auf alle Fragen Antworten enthalten sind. Diesbezügliches Getue mancher Dharmalehrer ist deplatziert und weist in Richtung Fundamentalismus, von dem es zwar keine mörderischen, dafür äußerst rechthaberische buddhistische Formen gibt. Schon der historische Buddha Shakyamuni gibt einen ganzen Katalog von Fragen an, welche seine Lehre NICHT beantworten kann (und will!), wie die Frage nach der Entstehung des Universums u. ä.
Dharma ist ein psycho-physischer Übungsweg, dessen Übungen, wenn unter kompetenter Anleitung ausgeführt, zunächst zur merklichen Relativierung, letztlich aber zur Befreiung von Leiden führt, was den Übenden stets in die Lage versetzt, für die Leidbefreiung anderer etwas zu tun.
Ob dieser Übungsweg so funktioniert, wie er angibt, kann nur durch eigene Übung geprüft werden. Es gibt dafür weder eine wissenschaftliche Basis noch den Anspruch einer göttlichen Offenbarung, die einfach durch Glauben daran übernommen wird. Vor allem im tantrischen Buddhismus gibt es oberflächlich betrachtet viele Ähnlichkeiten mit Offenbarungsreligionen, viele Übende scheinen etwas zu glauben, ohne es zu wissen. Dieser Eindruck ist in Wirklichkeit falsch, den
die höchsten Lehren des Tantra sind stets jenseits aller mentalen-verbalen Konzepte und Ideen von richtig und falsch.
Dharmapraxis ist grundlegend Vertrauensache, in den nicht-tantischen Lehren muss es vor allem ein Vertrauen in die Wirksamkeit der Übungen geben, in den tantrischen darüber hinaus gehend ein Vertrauen in die Lehrer, da die Tantras im geheimen von Lehrer zu Schüler weiter gegeben werden. Dieses Vertrauen sollte NIEMALS blind sein.
Das Endphänomen der Praxis wird oft als Erleuchtung bezeichnet, da Westler aber oft Licht als Gegensatz zur Dunkelheit verstehen, bevorzuge ich den Begriff Befreiung. Buddha bzw. Bodhi-
kommt etymologisch nicht von Erleuchteter, Erleuchtungs-, sondern von Erwachen.
Ich bevorzuge den Begriff Befreiung für das letztliche Ziel der Praxis.
Die Erleuchtung steht NICHT in irgend einem Gegensatz zu einem dunklen Prinzip (wie bei Gott und Teufel), auch aus diesem Grund ist das Wort Erleuchtung irreführend. Der Westen liebt Dualismen, auch der Dharma hat viele dualistische Formen, aber das Ziel liegt jenseits aller Dualismen. Wie Buddha Shakyamuni selbst so schön und mehrdeutig sagt
„Meine Lehre steht im Widerspruch zu nichts“
Die drei Fahrzeuge
Die sehr vielfältigen Dharma-Lehren und -Schulen sind dazu da, sehr vielfältige Konzepte, Charaktere und geistige Hindernisse im Sinn der Leidfreiheit zu bewältigen. Es ist von allen Anfang sehr wichtig, sich von der Vorstellung zu lösen, dass es Dharma-Richtungen gibt, die anderen Richtungen überlegen sind. Für die einzelne Übende gibt es eine „überlegene“ Methode, nämlich diejenige, die allen anderen Methoden überlegen ist, die diese Übende durchführen kann. Aber das gilt niemals allgemein, und es ist NICHT so, dass bestimmte Methoden an sich und
für jede Übende überlegen sind.
Dharma hat, wie ein alter Vergleich sagt, nur einen Geschmack: Die Befreiung vom Leiden.
Wer meint, dass eine bestimmte Art von Dharma einer anderen bezüglich der Leidbefreiung an sich überlegen ist, hat das Grundprinzip noch nicht verstanden. Das soll nicht daran hindern, dass die Übende sich auf bestimmte Lehren spezialisiert und etwa auch nur diese lehrt, aber die Einheit des Dharma sollte nicht vergessen werden.
Die Dharmarichtungen lassen sich in drei Kategorien einteilen. Diese drei sind historisch aufeinander folgend entstanden. Jede konkrete Dharmapraxis gehört zu einer dieser Kategorien,
die Übergänge sind aber fließend.
Diese drei Richtungen werden tragen alle die Bezeichnung Yana, Fahrzeug. Damit ist gemeint, dass es sich hier um Methoden handelt, Werkzeuge, nicht tatsächlich „wahre“ oder „existente“ Dinge. Wie anderer Vergleich besagt: Ist man mit Hilfe eines Floßes (Fahrzeugs) ans „andere Ufer“ der Befreiung gelangt, so gibt es keinen Anlass mehr, sich mit dem Floß zu befassen, seine Konstruktion zu debattieren und so fort. Dieser pragmatische Ansatz drohte im Lauf der Jahrhunderte immer wieder zu Gunsten einer Wortklauberei und Textexegese verloren zu gehen, die verdächtig an die monotheistische Scholastik und islamische „Rechtsgelehrte“ erinnert, aber nichts mit Dharma zu tun hat.
Wesen und Ziel der Dharmapraxis ist eine ERFAHRUNG, nicht eine Form der Erkenntnis oder etwas für richtig halten, als richtig wissen und so weiter.
Die folgenden Aussagen über die drei Fahrzeuge sind sehr stark vereinfacht, die tiefere Bedeutung wird erst im Lauf des Kurses klar werden.
Das Hinayana (kleine Fahrzeug) umfasst die Lehren des historischen Buddha Shakyamuni. Das Ziel ist der Übenden ist die Befreiung des Übenden vom Leiden.
Das Mahayana (großes Fahrzeug) umfasst die Lehren der später entstanden Mahayana-Sutras. Das Ziel der Übenden ist die Erlangung der Buddhaschaft zum Wohle aller Wesen oder anders ausgedrückt, das Ende des Leidens für alle Wesen (in der Praxis: möglichst viele). Die Übende praktiziert von Beginn an mit der Motivation, deshalb zu üben, um sich selbst UND möglichst viele Wesen (in möglichst hohem Umfang) vom Leiden zu befreien.
Das Vajrayana (Vajra heißt Diamant, aber es gibt andere Bedeutungen, und diese Mehrdeutigkeit hat einen tieferen Sinn. Die Übersetzung Diamantfahrzeug, die manche Lehrer benutzen, ist im Sinn einer Übersetzung willkürlich und falsch. Vajra heißt z. b. auch Penis, wenn man sich eine der Bedeutungen aussuchen kann, könnte man also auch „Penisfahrzeug“ übersetzen. Ich lasse diesen und viele anderen Sanskrit Begriffe unübersetzt und erkläre sie beim ersten Gebrauch).
Das Vajrayana ist synonym mit tibetischen Buddhismus, aber statt dessen sollte man tantrischer Buddhismus sagen oder buddhistisches Tantra, schon deswegen, weil 95% dieser Lehren aus Indien nach Tibet kamen und nicht aus Tibet selbst.
Das Ziel im Vajrayana ist exakt das gleiche wie im Mahayana.
Die Methoden sind allerdings ganz andere. Sie werden geheim gehalten und individuell von Lehrer zu Schüler weiter gegeben. Die Vajrayana Methoden arbeiten mit der individuellen emotionellen und intellektuellen Struktur der Übenden. Die Emotionen, die im Hinayana und im Mahayana eher als hindernde „Geistesgifte“ gesehen werden, werden im Vajrayana nicht unterdrückt, sondern als Mittel das Pfades verwendet.
Hinayana
Dieses umfasst grob gesprochen die Lehren die vom historischen Buddha Shakyamuni im 5. Jahrhundert vor Christus mündlich geäußert wurden. Die Lebensdaten des Buddha aus der Sicht westlicher Wissenschaft sind 563 v. C. bis 483 v. C., die buddhistischen Traditionen geben (auch untereinander) unterschiedliche Daten an.
Lebensgeschichte und Weg des Buddha können in der Sekundärliteratur nachgelesen werden.
Die Lehren sind schriftlich im so genannten Palikanon aufgeschrieben worden. Die Übermittlung erfolgte zu Lebzeiten des Buddha und noch einige Zeit später nur mündlich, was wegen des gewaltigen Umfangs der Lehren auch eine außergewöhnliche Gedächtnisleistung darstellt. Der Buddha selbst sprach nicht Pali, sondern einen anderen altindischen Dialekt. Pali ist heute wie das Latein eine tote Sprache.
Große Teile des Palikanon in deutscher Übersetzung (wenn auch nicht immer in zeitgemäßer Übersetzung) stehen online zur Verfügung: http://www.palikanon.com/
Einen Überblick über die verschieden Teile des Palikanon (und auch der Mahayana-Sutras) gibt [Lingwood] .
Die Idee, dass im Palikanon nur das Wort des Buddha und nichts anderes enthalten ist, weiters in der (riesigen) buddhistischen Literatur außerhalb des Palikanon eben keinerlei Wort des Buddha, ist ein frommes Märchen von Hinayana-Fundamentalisten, die aus dem Palikanon ein buddhistisches Offenbarungswerk machen wollen, in welchem der Buddhismus in ähnlicher Form enthalten ist wie der Islam im Koran. Details dazu siehe [Lingwood]
Es ist nicht notwendig, für ein Verständnis des Hinayana, (soweit man es als Vajrayana Übende benötigt), den ganzen Palikanon zu studieren. Die inhaltlichen Aussagen werden vielfach wiederholt und wiederholt, viele Texte sind ausgesprochen langatmig, dazwischen finden sich allerdings auch lyrische Perlen der spirituellen Weltliteratur, die in wenigen Versen tiefe Bedeutung ausdrücken. Der Kanon ist nicht systematisch aufgebaut, es gibt nicht wie in der Bibel so etwas wie ein vorne und ein hinten. Die Lehrreden sind zum Teil nach dem Ordnungsprinzip der Länge angeordnet und nicht thematisch. Allerdings lassen sich die Lehren sehr gut in leicht merkbare Aufzählungsformeln bringen. Diese Formeln, etwa „die vier edlen Wahrheiten“, „die drei Daseinsmerkmale“, „ der edle achtfache Pfad“ und so weiter sind typisch für den Palikanon.
Um die wesentlichen Inhalte des Hinayana zu erfahren, ist es nur erforderlich, die wichtigsten dieser Lehrformeln zu kennen und zu verstehen, sowie die westlichen Übungen eine Zeit lang durchzuführen. Im folgenden werde ich einige dieser Lehrformeln nennen. Die Beschreibungen dazu sind sehr kurz, zur Vertiefung siehe die Literatur. Die hier genannten Formeln stellen ein notwendiges Minimum dar. Vajrayana-Übende sollten wenigstens dieses Minimum vollständig erklären können. Die heutzutage häufig anzutreffende Ahnungslosigkeit von Buddhisten, die sich zwar einer bestimmten tibetischen Schule zurechnen, aber oft nur wenig Ahnung davon haben, was der Buddha selbst eigentlich gelehrt hat, ist nicht ungefährlich und eine der Ursachen für viele Degenerationserscheinungen in der tibetisch-buddhistischen Szene.
Die vier edlen Wahrheiten
beschreiben in einer einzigen gewaltigen Formel das Resultat der Bemühungen des Buddha um die Befreiung.
Die Wahrheit vom Leiden
Die Wahrheit von der Leidensentstehung
Die Wahrheit von der Leidenserlöschung
Die Wahrheit vom zur Leidenserlöschung führenden Pfad, dem edlen achtfachen Pfad.
Der edle achtfache Pfad
fasst in einer Formel den gesamten Praxisweg zusammen:
Rechte Erkenntnis
Rechte Gesinnung
Rechte Rede
Rechtes Tun
Rechter Lebensunterhalt
Rechte Anstrengung
Rechte Achtsamkeit
Rechte Sammlung
Die drei Daseinsmerkmale
Alle zusammengesetzten Dinge sind leidhaft.
(dukkha (p), auch unzulänglich)
Alle zusammengesetzten Dinge sind nicht-dauerhaft.
(anicca(p), vergänglich, unbeständig. Es gibt im Dharma absolut nichts „ewiges“, weder personifiziert noch als unpersönliches Prinzip)
Alle Dinge (zusammengesetzt und „nicht-zusammengesetzt“) sind ich-los
(anatta(p), das ist der zentrale Lehrbegriff im Hinayana! Anatta kann am leichtesten über die Formel der „fünf (Anhäufungs-)Gruppen verstanden werden)
Die drei Geistesgifte
sind die Ursachen des Leidens (2. edle Wahrheit):
Hass, Gier, Ich-Anhaftung (Unwissenheit, Glaube an ein stabil existentes Ich. Das Grundübel, ohne welches Hass und Gier gar nicht auftreten können)
Die fünf (Anhäufungs-) Gruppen, khanda (p), skandha.
Körperlichkeits-gruppe, rupa, umfasst Körper und alle Sinneswahrnehmungen
Gefühls-gruppe, vedana, sind die simplen angenehmem, unangenehmen oder neutralen inneren Empfindungen, die durch die Sinneswahrnehmungen bedingt werden.
Wahrnehmungs-gruppe, samjna, das sind die mentalen Benennungs- und Unterscheidungsprozesse.
Geistesformationen-gruppe, samskrara, Willenstendenzen, Absichten, Vorgehen nach Planung
Bewusstseins-gruppe, vijnana, die der Entstehung von Bewusstsein (genau genommen den sechs Bewusstseinsarten) zugrunde liegenden Faktoren.
Die fünf Gruppen spielen in der Vajrayana-Symbolik eine wesentliche Rolle!
Die drei Gebiete der Schulung
Sittlichkeit, Shila (die 5 sittlichen Regeln u.a.)
Sammlung, Samadhi (das gesamte Gebiet der meditativen Übung)
Wissen, panna (p), Prajna (darunter ist nun nicht intellektuelles Wissen zu verstehen, sondern die ERFAHRUNG der Dinge als vergänglich, ichlos, als Anhäufung der fünf Gruppen und so weiter im Sinn obiger Formeln).
Die fünf sittlichen Regeln
Nicht töten, stehlen, kein sexueller Missbrauch, nicht lügen, sich nicht berauschen.
Die (zwölffache) Formel des bedingten Entstehens, paticca-samuppada (p)
ist die umfassendste, wenngleich auch schwierigste Formel des Wissensgebiets im Hinayana. Im Gegensatz zur statischen Beschreibung des psycho-physischen Kontinuums durch die fünf Gruppen leistet diese Formel eine dynamische Beschreibung der zeitlichen Abläufe im Bewusstsein über mehrere Inkarnationen hinweg. Siehe Literatur.
Zwei grundlegende Arten oder Phasen der Meditation
Geistberuhigung, samatha (p). Bei diesen Übungen geht es darum, den Geist solange auf eine Meditationsobjekt zu richten, bis er sich mit diesem Objekt vereinigt. (Samadhi im engeren Sinn)
Klarblicksentfaltung, vipassana (p). Bei diesen Übungen geht es darum, die Inhalte des Bewusstseins blitzartig als so erleben, wie sie ihm Sinn des „Wissens“ tatsächlich beschaffen sind, nämlich vergänglich, ichlos und so weiter (siehe obige Formeln). Wenn durch fortgesetzte Meditation der Geist irreversibel in dieser Erfahrung bleibt, ist die Befreiung im Sinn des Hinayana, der Status des Arahat, erreicht
Übungsobjekte der Geistberuhigung
Im folgenden nur eine Auswahl, die gut auf das Mahayana bzw. Vajrayana vorbereitet.
„Die zehn Unreinheiten“,
das sind nichts anders als Betrachtungen von Leichen in zehn verschiedenen Verfallsstadien:aufgedunsene (frische) Leiche, blauverfärbte Leiche, eiternde Leiche, aufgespaltene Leiche, angenagte Leiche, umher gestreute Leiche, zerstückelte Leiche, blutige Leiche, wurmzerfressene Leiche, Knochengerippe.
Betrachtungen, anusatti (p)
Auswahl aus zehn Betrachtungen
Betrachtung über den Buddha:
sehr wichtig, den schon hier ist die Grundlage der vielen Buddha-Visualisationen im Vajrayana zu finden.
Betrachtung über den Tod:
dabei wird der eigene Tod als Henker mit Schwert visualisiert, unmittelbar vor dem Zuschlagen.
Betrachtung des Körpers:
Hierbei ist der eigene Körper das Meditationsobjekt, in Teilen oder als kompaktes Ganzes.
Betrachtung des Atems:
Die genaue Beobachtung des Ein- und Aus-Atmens (ohne etwas am Atem zu verändern) ist das Meditationsobjekt.
Die vier göttlichen Verweilungszustände, brahmaviharas (p)
Die nach in alle Richtungen zu den dort verweilenden Lebewesen gerichtete Entfaltung von
Liebe
Mitgefühl
Mitfreude
Gleichmut
Die (Lehrrede von den) vier Grundlagen des Achtsamkeit, satipatthana (p)
fasst Übungen der Geistberuhigung und Klarblicksentfaltung in einer einzigen, ständig (nicht nur im Meditationssitz) zu übenden Praxis zusammen. Die Übung deckt auch das siebente Glied des edlen Achtpfades, rechte Achtsamkeit, ab.
Betrachtung des Körpers (Körperbetrachtung, Atembetrachtung, Leichenbetrachtungen, s.o.=
Betrachtung der Gefühle
Betrachtung des Geistes
Betrachtung der Geistobjekte (das sind wiederum die fünft Gruppen, die vier Wahrheiten und andere)
Wesentlich bei dieser Übung ist es, nichts künstlich im Geist zu erzeugen und fest halten zu wollen, sondern, dass was kommt, völlig passiv aber völlig achtsam zu betrachten.
Hinayana Praxis – Literatur
gibt nicht nur einen umfassenden Überblick über die deutschsprachige Hinayana Literatur, sondern stellt viele dieser Werke (sowohl den Kanon selbst als auch Kommentare und Zusammenfassungen) online.
Eines dieser Bücher sollte man besorgen und gründlich studieren. Es enthält alles, was man als Vajrayana Übender mindestens über das Hinayana wissen sollte:
[Nyanatiloka] Der Weg zur Erlösung. In den Worten der buddhistischen Urschriften
Ausgewählt, übersetzt und erläutert von Nyanatiloka. Beyerlein und Steinschulte 1998.
Weitere Literatur:
[Lingwood] Dennis Lingwood (Sangharakshita): Das Buddhawort. Einführung in die buddhistische Literatur. Barth 1992