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Vajrayana im WestenMit der militärischen Besetzung Tibets durch die chinesische Armee 1959 begann der Exodus vieler tibetischer Vajrayana Meister in den Westen und die Übertragung von Vajrayana Lehren an Westler. Vorher wurden die Lehren nie an Westler gegeben, mit der einzigen Ausnahme des aus Deutschland stammenden Lama Anagarika Govinda, der in den 40er Jahren nicht nur Tibet bereiste, sondern auch wirklich Lehrübertragungen mehrerer tibetischer Schulen erhielt. (Die Bücher von Alexandra David Neel, die sich noch früher in Tibet aufhielt, sind eher unterhaltsame Schauermärchen als authentische Vajrayana-Darstellungen).Die Tibeter waren im Tibet vor 1959 in einem Maß ausländerfeindlich, wie wir uns das schwer vorstellen können, in den anderen Vajrayana Ländern wie Nepal, Ladakh, Sikhim bestand kein Interesse, die Lehren an Westler weiter zu geben, Bhutan öffnet sich erst seit den 80er Jahren gegenüber westlichen Reisenden. Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde Vajrayana nur unter den Völkern des Himalayaraums geübt, die Übertragung an Westler entstand aus einer reinen Notlage, weil die tibetischen Meister um den Fortbestand der Lehrern fürchten mussten. Das originale Hindu-Tantra (nicht das erotisch-therapeutische Tantra) ist heute noch ohne eine solche Notlage, infolgedessen wird es auch heute noch fast ausschließlich an Inder weiter gegeben (versucht mal in Indien einen authentischen Tantra-Meister zu finden, der bereit ist, einen Westler wirklich zu unterweisen). In den letzten Jahren gibt es hier allerdings durch in England und den USA lebende indische Meister eine gewisse Bewegung, im Vergleich zum Vajrayana im Westen aber zahlenmäßig unbedeutend. Durch die anfängliche Notlage der tibetischen Meister, die einfach Leute finden MUSSTEN, die ihre Lehren üben, ist viel Verwirrung entstanden, ein anderer Grund für die Verwirrung im Westen liegt allerdings im Westen selbst: Die völlige Zerstörung der europäischen ursprünglichen magischen Tradition durch das sich mit äußerster Brutalität ausbreitende Christentum. Vajrayana ist eine magische Tradition, wie alle magischen Traditionen im Geheimen von Lehrer zu Schüler übertragen, das ist oft sehr schwierig für Menschen, die kein "Kultur-Gedächtnis" mehr dafür haben, was eine magische Tradition ist. Dazu kommt als weiteres Problem, welches aber auch eine Chance ist, dass wir im Europa des 21. Jahrhunderts gänzlich andere wirtschaftliche und soziale Bedingungen vorfinden, als im Himalaya, wobei sich gegenwärtig dort alles in Richtung unserer Zustände entwickelt. Es gibt also eine untrennbare Mischung von Hindernissen der Übertragung, welche auf drei Faktoren beruht: 1. Probleme der Tibeter 2. Probleme der Westler 3. Probleme der ökonomischen, wissenschaftlichen, technischen Gegenwart. ![]() Einige dieser Fragen werde ich nun anreißen, all das ist als Diskussionsgrundlage zu verstehen. Die Übertragung des Vajrayana von Indien nach Tibet hat ungefähr 200 Jahre in Anspruch genommen, wobei es dabei zwar eine beträchtliche Kulturdifferenz gab, die Differenz in ökonomischer Hinsicht war aber nur gering, beides waren Agrarkulturen mit einem politischen Feudalsystem und einer festen Definition des sozialen Status durch Kaste oder Familie. Die Übertragung des Vajrayana im Westen erfolgt in systematischer vollständiger Form seit ungefähr 1975, die Kulturdifferenz ist sehr groß und die ökonomisch-technische Differenz ist von fast maximaler Größe (Tibet 1950 glich in vieler Hinsicht Europa im Mittelalter, also vor der naturwissenschaftlichen Revolution). Man sollte sich also nicht wundern, dass es beträchtliche Schwierigkeiten gibt, von einer ANKUNFT der Vajrayana Lehren in Europa kann zur Zeit kann noch in keiner Weise die Rede sein. Ich verstehe unter Ankunft der Lehren nicht, dass der Buddhismus in Europa gesellschaftlichen oder politischen Einfluss gewinnt, wie manche Westler auf ihren Meditationspölstern träumen. Eine "Buddhokratie" lehne ich persönlich vollkommen ab, wir dürfen die größte Errungenschaft der Aufklärung, die Trennung von Staat und Religion, auf keinen Fall aufgeben, auch wenn die Religion eine buddhistische ist. Diese Errungenschaft ist in der gegenwärtigen USA, aber auch in Europa, wo bestimmte Gruppen den lieben Gott und die "christliche Wertegemeinschaft" in die Verfassung reklamieren wollen, gefährdet genug. Die Verquickung von spiritueller Macht mit politisch-ökonomischer Macht hat das Vajrayana schwer korrumpiert. In Tibet ist es damit vorbei, in Bhutan kann man das in absurden Ausmaß unmittelbar beobachten, etwa wenn der König ein totales Rauchverbot über ganz Bhutan verfügt (geschehen 2005). Die indischen Mahasiddhas hatten keinen geschützten Status oder eine vererbliche Macht, ihr Vajrayana war von weltlichen Erwägungen ungetrübt, und es waren die Mahasiddhas, denen wir die Existenz der buddhistischen Tantras verdanken! Unter Ankunft des Vajrayana im Westen verstehe ich, dass es möglich ist, im Westen den ganzen Umfang des Vajrayana zu studieren, zu üben und zu verwirklichen, unter Beibehaltung einer beruflichen Tätigkeit und mit den Freuden erotischer Beziehungen wohl versehen ... Vielleicht denken manche, das dies ohnehin schon möglich ist, aber da fehlen noch ein paar Kleinigkeiten: 1. Noch immer ist erst ein kleiner Teil der buddhistischen Tantras in westliche Sprachen übersetzt. 2. Es gibt viel zu wenig wirklich hochqualifizierte Meister, sowohl unter Tibetern, wo die höchste Qualifikation beinahe im Aussterben ist, als erst recht unter Westlern, nach 30 Jahren Vajrayana im Westen (1975-2005) gibt es bis jetzt nur wenige Westler, welche die höchsten Lehren verwirklicht haben. Das liegt nicht an unserer Unfähigkeit, sondern leider häufig an der Unwilligkeit tibetischer Meister, die zentralen nondualen Lehren an Westler weiter zu geben. 3. Ein Übender im Westen sieht sich mit einer seiner Übung geradezu feindlichen Umwelt konfrontiert, und die Flucht in ein Kloster bringt auch nicht gerade die unbedingt notwendige Integration der Lehren. Nicht-klösterliche Institutionen, die über eine gewisse finanzielle Ausstattung verfügen, sind nach wie vor sehr dünn gesät. ![]() Was sind nun die Hindernisse bei der Vajrayana Übertragung im Westen? Hindernis: Exotismus / EthnobuddhismusVajrayana ist ein Teil des Mahayana, dieses wiederum ist per definitionem eine vollkommen universale Lehre zur Befreiung aller fühlenden Wesen vom Leiden, speziell aller Menschen ungeachtet der Rasse (gerade im Vajrayana spielen auch nicht-menschliche Wesen eine bedeutende Rolle). Vajrayana ist nichts indisches oder tibetisches, die Eignung für diesen Übungsweg hängt nicht von der Rasse ab, noch ist es erforderlich, indische oder tibetische Bräuche und Einstellungen zu übernehmen, um Vajrayana zu üben, im Gegenteil: Westler müssen lernen, den Kern des Vajrayana strikt von lokalen indischen oder tibetischen Angelegenheiten zu trennen. Oft hört man das Argument, dass gerade die Formwelt der Sambhogakaya-Gottheiten eine indische oder tibetische Welt ist, aber das ist nicht wahr und war nie so gemeint. Ich kann in den Gesichtern von Hevajra oder Mahakala beim besten Willen keine indischen oder tibetischen Gesichtszüge erkennen. Es handelt sich um universale Schlüssel zu tieferen Schichten des Bewusstseins, außerdem sind alle diese Formen Methoden, niemand behauptet, dass der wirkliche Vajrasattva tatsächlich so aussieht wie der Vajrasattva auf den Thangkas.Hindernis: Tulkusystem, PersonenkultDie Tibeter haben ein System der Machtlegitimation erfunden, welches in der indischen Phase des Vajrayana noch nicht existent war: Stirbt ein bedeutender Meister, wird dessen Nachfolger bestimmt, indem man nach der Inkarnation dieses Meisters Ausschau hält. Dieses System öffnet natürlich verschiedenen Formen von Irrtum und Missbrauch Tür und Tor, außerdem verstellt es den Blick auf die unumstößliche Tatsache, dass Verwirklichung im Vajrayana (wie in allen Dingen ...) ausschließlich durch eigene Bemühung erfolgt, es gibt keine Verwirklichung durch Geburt. Dieses Thema ist sehr wichtig, mittlerweile gibt es etliche tibetische Lamas die das genau so sehen. Meiner Meinung nach gehört das Tulkusystem vollkommen und ersatzlos abgeschafft.Mehr dazu hier: Gibt es erleuchtete Kinder? Hindernis: Frauendiskriminierung und falscher Umgang mit sexueller EnergieLeider sind diese beiden Felder eng miteinander verbunden. Von Mönchen will ich jetzt gar nicht reden (siehe nächstes Hindernis) sondern von den Bräuchen unter männlichen nicht-zölibatären tibetischen Lamas: Nämlich ständig mitzuteilen, wie großartig und vor allem bezüglich der Erleuchtung Männern völlig gleichgestellt Frauen doch sind, gleichzeitig aber Frauen real zu diskriminieren, indem sie in sexuellen Beziehungen mit Lamas kaum jemals als gleichwertige Partner behandelt werden. Das fängt schon mit der Suggestion an, dass Frauen durch die Vereinigung mit einem männlichen Meister ihrerseits der Meisterschaft schneller näher kommen, was niemals der Fall ist, da auch für die Gefährtin eines Meisters gilt, dass sie nur durch eigene Bemühung und aus eigener Kraft die Lehren verwirklichen kann. Vom umgekehrten Fall der Vereinigung eines Mannes mit einer weiblichen Linienhalterin hört man nie etwas, klarer Fall von Diskriminierung. Frauen haben in der indischen und der tibetischen Gesellschaft hinter und unter den Männern zu stehen, diese spezielle Form des Exotismus hat natürlich in westlichen Dharma-Kreisen nichts verloren. Im übrigen ist in der Anuttara-Tantra Abteilung die Diskriminierung von Frauen ausdrücklich verboten (siehe die 14 Gelübde des Anuttara-Tantra), es handelt sich um ein gesellschaftliches Phänomen und nicht um korrektes Vajrayana. Seltsamerweise stößt selbst offene Diskriminierung von Frauen im Westen nur auf wenig Widerstand, als wäre die ständige Diskriminierung im katholischen Christentum und im Islam nicht schon genug der Diskriminierung unter religiösem Mäntelchen.Was die sexuelle Energie betrifft, so gibt es im Vajrayana dazu sehr subtile Lehren, die leider gerade bei nicht-zölibatären Übenden, also der großen Mehrheit der Westler, nahezu völlig unbekannt sind, was umso mehr verwundert, als ja Abertausende Westler bereits Einweihungen in die Anuttara-Tantra-Klasse haben, wo die Anwendung dieser Lehren genauso zum Handwerkszeug der Praxis gehört wie das Rezitieren von Mantras. Jeder Pfad zur Bewusstseinserweiterung steht und fällt mit der Integration der sexuellen Energie in den Pfad, ein Pfad, der hier versagt, wird überall sonst auch versagen bzw. sexuelle Neurotiker produzieren. Dies hat uns die kirchliche Sexualunterdrückung wunderbar vorexerziert, eines der größten und immer noch laufenden Verbrechen überhaupt, schuldig an unzählbaren zerstörten Schicksalen, Körper- und Geisteskrankheiten, Selbstmorden und dem riesigen Sumpf der psychopathischen Verhältnisse in vielen Beziehungen, speziell was Verlustangst, Dominanz/Unterwerfung, Eifersucht und so weiter betrifft. Wenn wir das in "tibetischer" Version haben wollen, brauchen wir nur weiter dem häufig seltsamen Umgang tibetischer Lamas mit dem Thema zuzustimmen, wollen wir das nicht, brauchen wir nur die Wurzeltantras befragen und nach einer Anuttara-Tantra Einweihung uns auf die Suche nach den tatsächlichen Instruktionen zur Praxis der Vereinigung (Karmamudra) machen. Weitere Ansichten dazu: Sexuelle Praxis im buddhistischen Tantra Die verschleiernde Enthüllung: Folgen eines Mißbrauchs tantrischer Lehren Erotisch-therapeutisches und buddhistisches Tantra - eine besondere Vereinigung Hindernis: Klösterliche StrukturenEs gibt im Westen sehr viele Leute, die glauben, das man das Vajrayana am besten in einem Kloster verwirklichen kann. Ich habe nichts gegen Klöster und Mönche (jetzt mal abgesehen von der extremen Diskriminierung von Nonnen gegenüber Mönchen), aber man sollte ein paar Fakten akzeptieren:1. Nahezu aller wesentlichen Gründerfiguren des tantrischen Buddhismus, speziell die indischen Mahasiddhas, darunter herausragend Padmasambhava, der eigentliche Begründer des tibetischen Buddhismus, waren keine Mönche. 2. Es ist einfach nicht wahr, das sich das Vajrayana "besser" oder "leichter" in einem Kloster verwirklichen lässt, typischerweise haben viele der Mahasiddhas ein Kloster verlassen, um dann außerhalb der klösterlichen Strukturen Verwirklichung zu erreichen. 3. Vajrayana integriert ALLE Faktoren einer Persönlichkeit, speziell die so genannten "Geistesgifte" in den Weg, es gibt keine Spaltung zwischen der spirituellen und der normalen Welt, es ist die normale, gewöhnliche Welt außerhalb des geschützten Bereichs eines Klosters, in welcher die Verwirklichung der Lehren sich erst bewähren muss. "The yogi should NOT avoid the affairs of the town" (Hevajra-Tantra), viele Westler glauben das Gegenteil und würden sich am liebsten in einen Bereich zurückziehen, wo sie den ganzen Tag meditieren können. 4.Vieles, was in Klöstern geübt wird, wie das jahrelange Studium der Mahayana-Philosophie inklusive dem Auswendig lernen entsprechender Standardtexte und das Rezitieren ellenlanger Sadhana-Texte ist unnötiger Ballast, der nie zu der Befreiung führt, um die es gehen sollte. Trotz so vieler Mängel der klösterlichen Strukturen (und es ließen sich noch mehr finden), werden im Westen immer mehr Klöster und Dreijahresretreat-Zentren (was sich bei Geschlechtertrennung auf das selbe hinausläuft, auch ohne volle Mönchsordination) gebaut, ganz zu schweigen von riesigen neuen Klöstern in Indien und anderswo, zur Gänze mit westlichem Geld gebaut. Die Leute glauben einfach, dass Spenden für Klöster am besten sind (wenn man nicht selbst intensiv praktiziert), für die nicht-klösterlichen Traditionslinien bleibt nur wenig an Ressourcen übrig. Hindernis: Traditionalismus und AutoritätshörigkeitEs gibt Überlieferungslinien, aber das heißt nicht, dass man aus Respekt vor dem Meister alles genauso machen und sagen muss wie dieser, schon gar nicht, wenn die Lehren aus dem hintersten Tibet nach London oder Paris transferiert werden. Jeder Linienhalter muss, soll, kann, darf die Lehren weiter entwickeln und an die vorgefundenen Verhältnisse anpassen. Ein großer Meister hat Autorität und kann und muss von den Schülern verlangen, die Lehren so zu verarbeiten, wie er es eben für richtig hält, aber das muss eine lebendige Autorität sein und sie muss auch hinterfragbar sein. Ich finde es schon sehr eigenartig, wenn Westler in einem Gespräch über Dharma-Angelegenheiten in jedem 3. Satz sagen "Rinpoche hat gesagt ...". Wir sind im Vajrayana in einer magischen höchst individualistischen Tradition und nicht in der katholischen Dogmatik, wo die letzte päpstliche Enzyklika gleichzeitig die aktuelle Lehrmeinung zu einem Thema darstellt. Das ist schon schlimm, aber völlig absurd wird es, wenn dieser Rinpoche gar nicht mehr am Leben ist, die von ihm begründete Organisation statt des Meisters Videos desselben einsetzt und ähnliches mehr.Die einzig sinnvolle Art mit Autorität umzugehen, ist es, wenn ein Schüler, der selber denken und selbstständig leben kann, beschließt, sich auf die Anweisungen eines lebendigen Meisters einzulassen, zu diesem Zweck müssen die Beteiligten sich auch kennen lernen können. Alles andere ist Personenkult, Wunschprojektion, täuschende Pseudosicherheit des Glaubens, es ist kein Vajrayana, und es ist im Westen das beliebteste. So riesige Organisationen, wie sie manche tibetische Meister gegründet haben, hat es in Tibet nie gegeben. Natürlich machen elektronische Medien vieles möglich, was früher nicht möglich war, aber die persönliche unmittelbare Beziehung zwischen Schüler und Meister ist der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Vajrayana, wie ja aus allen Biografien tibetischer Meister ersichtlich ist. Hindernis: Falsche MotivationAls letztes möchte ich etwas anführen, was ganz in Verantwortung der Westler liegt, wenn auch mittlerweile viele Lamas falsche Motive für ihre Zwecke zu nutzen wissen.Vajrayana-Praxis ist eine Lebensaufgabe, sie ist ein großes, gefährliches Abenteuer des Geistes, sie fordert den ganzen Einsatz von ganzen Menschen. Vajrayana ist keine Reparaturwerkstatt für körperliche und seelische Leiden, kein Beruhigungsmittel, keine Freizeitbeschäftigung, kein Wellness- oder Esoteriktrip, welcher der Übenden ermöglicht, besser mit ihrer Lage umzugehen, an der Lage selbst aber nichts wesentliches zu verändern. Es ist schon in Ordnung, Vajrayana-Mittel für die Bewältigung alltäglicher Problematiken einzusetzen, aber das ist der Anfang, nicht das Ende des Pfades. Die wahren Forderungen des Weges werden von Westlern oft in psychologisierender Weise abgemildert. Wenn es jemand als Fortschritt sieht, besser mit Hass umgehen zu können, gut, aber das ist nicht die ultimate Dharma-Lehre zum Hass. Das Hinayana-Nirvana spricht vom endgültigen AUFHÖREN des Hasses, das Anuttara Tantra wiederum lehrt die vollständige NUTZUNG des Hasses als Mittel des Pfades, Dzogchen wiederum spricht von der SELBSTBEFREIUNG des Hasses (indem dieser seiner Natur nach erkannt wird, ohne den Versuch, ihn zu beendigen). Vajrayana fängt dort an, wo Psychologie, Therapie, all diese Wohlfühl- und Reparatur-Strategien aufhören zu greifen, es befasst sich mit den existentiellen Fragen des Menschen, jede Übende muss ihr eigenes Rätsel auf eigene Weise lösen, diese Lösung ist immer jenseits aller gewöhnlichen Fragen und Probleme, sie überdauert, einmal gefunden, selbst den Tod. So möge die nonduale Natur des Geistes niemals in Vergessenheit geraten, mögen wir alle in allen Leben niemals getrennt sein vom Meister, der Lehre, den friedvollen und zornvollen Erscheinungsformen, mögen die Dakinis alle Freuden und glücklichen Umstände gewähren, mögen wir zum Wohl der leidenden Wesen die höchstmögliche Erkenntnis erlangen, SARVAMANGALAM, sei es zum Segen aller. ![]() |
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