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Sind Sie der Typ mit der rosa Brille?
Im folgenden werde
ich einige Typen von Übenden buddhistischer Tantras beschreiben, die
man sehr häufig in den verschiedenen Dharmagruppen beobachten kann,
die sich auf eine tantrische Überlieferungslinie beziehen. Mit Übenden
meine ich alle Dharmapraktizierenden, die regelmäßig eine mit
Mantras und Visualisation verbundene Form der Meditation praktizieren,
wie sie in vielen Variationen in allen Vajrayana-Schulen gelehrt wird.
Der Bogen solcher Übungen umfaßt einfaches Gottheiten-Yoga (Tara,
Chenresig), die "vorbereitenden Übungen" (Ngön Dro: Niederwerfungen,
Vajrasattva-Praxis, Guru-Yoga etc.) bis zur Hauptpraxis (Yidam-Praxis).
Der grundsätzlichen
Nachteile aller Typologien bin ich mir bewußt. Alle angesprochenen
Probleme kommen in mehr oder minder stark vermischten Formen vor. Bei jedem
Problem gibt es Ausprägungen von verschiedenem Gewicht: Ein Typus
kann so schwach ausgeprägt sein, daß es kaum stört, er
kann in mittlerer Stärke ausgeprägt sein, so daß jedem
Beobachter nach kurzer Zeit die Zugehörigkeit zu diesem Typus auffallen
müßte. Im extremen und schlechtesten Fall handelt es sich um
eine seelische Krankheit, die nur durch Psychotherapie bewältigbar
ist.
An dieser Stelle
möchte ich eines ganz deutlich sagen: Tantrische Meditation ist kein
Psychotherapie-Ersatz. Der immer wieder auch von tibetischen Meistern zu
hörende Ratschlag, einfach viel zu üben, bis sich im Vertrauen
auf den Meister und die Übung alle Probleme von selbst lösen,
funktioniert in sehr vielen Fällen nicht! Ich kenne eine ganze Reihe
von Menschen, die teilweise schon seit mehr als einem Jahrzehnt praktizieren,
ohne auch nur das geringste an ihren offensichtlichen persönlichen
Problemen zu ändern. Buddhistisches Tantra ist definiert als eine
sehr rasche und effektive Methode, die in einem einzigen Leben zur vollständigen
Erleuchtung, zur Buddhaschaft, führen kann.
Es ist mir schon
klar, daß dieses Ziel für die meisten von uns in weiter Ferne
liegt, aber man sollte bei langjähriger Praxis eine klar sichtbare,
positive Veränderung der übenden Person bemerken. Andernfalls
stimmt etwas nicht! Im übrigen stimmen alle tantrischen Texte darin
überein, daß Tantra im Gegensatz zur Sutra-Abteilung der buddhistischen
Lehre nicht für jeden Menschen geeignet ist. In der klassischen Form
des buddhistischen Tantra wurden die Bewerber zumindest vor den Weihen
in die inneren Tantras gründlichst vom initierendem Meister geprüft.
Dadurch konnten viele Probleme verhindert werden, die dadurch entstehen,
daß heutzutage jeder an diversen Einweihungen teilnehmen kann, nachher
aber ohne kompetente Betreuung alleingelassen wird.
Dieser Artikel kann
wegen der gebotenen Kürze nicht mehr sein als eine Art erster Hinweis
auf häufig zu beobachtende Problemfelder, Lösungswege können
an dieser Stelle nur ganz kurz angerissen werden. Meines Wissens existiert
keine Untersuchung im deutschen oder englischem Sprachraum, welche diese
Probleme behandelt, obwohl es in Europa und den USA schon viele tausend
Vajrayana - Übende gibt. Was die Lösungen betrifft, ist es im
buddhistischen Tantra natürlich vorgesehen, aus jeder nur erdenkliche
menschlichen Emotion eine Pfad-Methode zu destillieren, das erfordert aber
kontinuierlichen Kontakt mit einem entsprechend geschultem Lehrer. Ich
bitte die nun folgenden Beschreibungen verschiedener Typen von Übenden
als Anlaß zu verstehen, über sich und andere nachzudenken und
eventuell Hilfe anzubieten. Die durch jede Dharmapraxis erworbenen Verdienste
will ich keinesfalls schmälern, sondern nur ein paar Hindernisse zeigen,
die der Entfaltung der sogenannten "Sichtweise" entgegenstehen. Jede Tantrastufe
ist durch Sichtweise, Meditation, Verhalten und Resultat präzise definiert.
Die grundlegende Sichtweise jeder Form des buddhistischen Tantras kann
am kürzesten als das Transzendieren der Unterscheidung zwischen rein
und unrein beschrieben werden.
Der
zu intellektuelle Typus
hat viel über
Buddhismus gelesen und klammert sich an seine durch die Lektüre gebildeten
Vorstellungen. Häufig hat er eine ganz bestimmte Vorstellung,
wie ein Meister auszusehen und sich zu benehmen hat. Er findet oft sehr
lange überhaupt keinen Lehrer, weil niemand mit seinen Vorstellungen
übereinstimmt. In extremen Fällen will er sich nur mit Linienhäuptern
wie dem Dalai Lama abgeben, weil andere Meister seiner Meinung nach
nicht wirklich Bescheid wüßten. Er praktiziert nur wenig, manchmal
überhaupt nicht, in extremer Ausprägung (hier überschneidet
er sich mit dem "Alles-Verstanden-Typus") kann er der Meinung sein, keine
Praxis zu benötigen. Der intellektuelle Typus versteht oft nicht,
auf welcher Ebene ein Dharmatext angesiedelt ist und beschließt wegen
eines solchen Mißverständnisses, nur wenig oder gar nicht zu
praktizieren. Er hat zum Beispiel irgendwo gelesen, daß ein Tantriker
sich um Gewinn und Verlust nicht bekümmert. Da er aber ein Geschäft
hat, beschließt er nun, kein Tantriker werden zu können. Häufig
kann er nie richtig zuhören, schon gar nicht jemandem ohne Dharmaroben.
Lösungen für diesen Typus sind oft durch Körperarbeit im
weitesten Sinn des Wortes zu finden, sei es nun durch Tanz, Massage, Bioenergetik
und ähnliche Techniken oder durch Mitarbeit am Bau eines buddhistischen
Tempels.
Der
Typus mit der rosa Brille
findet alles toll
und spirituell. Nie kommt ein kritisches Wort über seine Lippen, höchstens
gegenüber wohlmeinenden Leuten, die ihm diese Brille wegnehmen wollen.
Jeder Tibeter, der Worte wie Lama, Rinpoche, Khenpo etc. in seinem Titel
führt ist erleuchtet, vollkommen, vor allem ist er nett, oder gar
lieb. Niemals ist so jemand unlieb, z.B. zornig oder gierig, sonst wärs
ja kein Lama. Ganz Tibet ist ein Wunderland voll spiritueller Atmosphäre,
alle meditieren den ganzen Tag und sind lieb. Eine Einweihung ist ein Segen,
auch wenn man die Angelegenheit, in die eingeweiht wurde, nie praktiziert.
Bei fast jedem Lamabesuch ist dieser Typus anwesend, schließlich
kriegt man dadurch Inspiration und Segen. Dieser Typus lernt fast nichts,
weder von Lehrern, noch aus Texten. Befragt man ihn nach den Lehren der
buddhistischen Tantras, kann er meist keinerlei vernünftige Information
geben, außer ein paar griffige Formeln, z.B. saß es darum geht,
eben zu allen lieb und nett zu sein. Häufig lehnt dieser Typus jede
Anstrengung ab, die mit den komplexen Formen der tantrischen Praxis zumindest
in den ersten paar Jahren zwangsläufig verbunden ist, oft mit dem
Hinweis, für so etwas noch nicht reif / rein / fortgeschritten genug
zu sein. Dieser Typ will aggressive, arrogante, täuschende, gierige,
neidische und andere unsaubere Eigenschaften weder im eigenem Inneren noch
in seinen angebeteten Lamas wahrhaben. Mit dem Grundprinzip der Tantras,
Haß und andere unerwünschte Eigenschaften in Erleuchtungsmittel
zu verwandeln, kann er nichts anfangen, weil er diese Eigenschaften seiner
Meinung nach nicht hat. Nicht selten hat dieser Typ keinerlei sexuelle
Beziehungen bzw. überhaupt keine wirklichen Beziehungen, da es Liebe
und Freundschaft ohne Wahrnehmung und Akzeptanz negativer Seiten nicht
gibt. Meistens schafft es dieser Typus auch nie, wirklich in eine Lehrer-Schüler-Beziehung
einzutreten, ohne die im Vajrayana gar nichts geht. Die rosa Brille umgibt
ihn wie ein Ballon und kapselt ihn vom Rest der Welt ab.
Ist dieser Typus
nicht allzu stark ausgeprägt, genügt es oft, den Intellekt durch
wirklich intensives Textstudium verbunden mit Meditation zu schärfen
und ständig zu prüfen, am besten innerhalb einer Dharmagruppe,
die nicht nur tibetische Pujas singt (das kann dieser Typus natürlich
gut). Eine Konfrontation mit der wirklichen Welt rundherum, zum Beispiel
mit sozialen Randgruppen, Kriminellen, Süchtigen oder mit kranken
und sterbenden Menschen, ist für diesen Typus oft sehr heilsam und
kann leicht, z.B. durch Arbeit in entsprechenden Institutionen, erlangt
werden. Bei starker Ausprägung hilft nur gruppenorientierte Psychotherapie,
um authentische Kommunikation zu erlernen.
Der
Alles-Verstanden Typus
hält sich in
ergreifender Schlichtheit bereits für erleuchtet, zumindestens teilweise.
Wenn er klug ist, sagt er das niemandem. Es gibt infolge dessen gar nicht
so wenig Angehörige dieser Spezies, die sogar in Form kleiner stillschweigend
verschworener Gruppen auftreten kann. Äußert er sich zu deutlich,
wird er in den meisten Gruppen kritisiert. Oft hat er eine Zeitlang wirklich
korrekt praktiziert, ist aber auf halbem oder einem noch kleinerem Bruchteil
des Weges stehengeblieben. Meist hat er ganz passable Kenntnisse der Texte.
Seine Reaktionen sind oft formelhaft. Sagt man ihm z.B., daß ein
Dharmapraktizierender in dem und dem Fall sich so und so verhalten soll,
antwortet er, "Wozu unterscheiden", ähnliche Reaktionen kehren in
ähnlichen Fehlern stereotyp wieder. Diesen Typus trifft man auch immer
wieder unter Zen-Übenden. Sagt man ihnen z.B., der Buddha (Shakyamuni)
hat dies und das gesagt, wissen sie sofort von einem Zenmeister zu erzählen,
der alle buddhistischen Schriften verbrannt hat. Überhaupt ist dieser
Typus flink im Zitieren aus den Schriften, er ist sich teilweise unbewußt
darüber im klaren, daß durch ein geeignetes, aus dem Zusammenhang
gerissenes Zitat praktisch jedes Verhalten und Denken als buddhistisches
deklarieren läßt. Ähnlich wie der zu intellektuelle Typus
vermengt er die verschiedenen Ebenen der Lehren, vor allem die absolute
und relative Wahrheit im Mahayana, also die nichtduale Sichtweise und das
notwendigerweise dualistische konventionelle Verhalten. Dieser Typus kann
nur durch extreme Erlebnisse oder durch die Konfrontation mit einem Meister,
der in der Lage ist, höhere Bewußtseinskräfte zu demonstrieren,
zu einem weiteren Fortschreiten gebracht werden.
Der
an Hierarchien glaubende Typus und der Ansammler-Typus
sind nah miteinander
verwandt und können gemeinsam behandelt werden.
Der an Hierarchien
glaubende Typus (HTyp) identifiziert sich mit einer Position innerhalb
einer Dharma - Organisation, der Ansammler Typus (ATyp) identifiziert sich
mit einer durch die Praxis-Menge definierten Position. Beide Typen sind
oft in Linien zu finden, denen sehr viele Schüler angehören.
Der HTyp ist der falschen Ansicht, daß die spirituellen Stufenwege
(z.B. die 10 Bodhisattva-Bhumis) sich in einer hierarchisch gegliederten
Dharmaorganisation spiegeln. Jeder Aufstieg in der Organisation - der Übende
wird zum Beispiel zum Leiter einer kleinen Gruppe ernannt - stellt seiner
Meinung nach einen geistigen Fortschritt dar. Meist ist ihm dieses Denken
gar nicht richtig bewußt. Angehörige dieses Typs können
bescheiden und freundlich wirken. Schließlich sind sie ja nichts
anderes als kleine Rädchen in der großen Organisation, deren
Leiter sie meist nur einmal im Jahr zu sehen bekommen. Der Htyp ist meist
mit vielen Tätigkeiten beschäftigt, die mit der Dharmapraxis
nur wenig zu tun haben. Überall wo er sich ausbreitet, entstehen Dharmazentren,
Klöster, Dharmagruppen und so weiter. Der HTyp hält es für
sehr wichtig, "Buddhismus" an möglichst viele Menschen weiterzugeben.
Das mag für den Sutra-Buddhismus vielleicht richtig sein (obwohl es
auch hier Beispiele für große Organisationen mit sehr kleiner
Verwirklichung der Lehren gibt), für das buddhistische Tantra ist
es sicherlich nicht richtig. Die indischen Siddhas, ohne die wir überhaupt
keine Tantras hätten, haben sich ausnahmslos geweigert, Schulen und
Organisationen zu begründen. Es kam ihnen nur darauf an, wenigstens
ein, zwei Schüler zu finden, welche ihre Übertragungslinie weiterführen.
Doch auch aus späterer Zeit gibt es viele solche Beispiele. Der große
Nyingma-Meister Longchenpa entwickelte zwar ein Übungssystem, weigerte
sich aber stets, dem Bau eines Klosters an seinem Aufenthaltsort zuzustimmen.
Selbst in fortgeschrittenem Alter pflegte er einfach mit seinem Zelt weiterzuziehen!
Auch die Linie der Kadampas war berühmt für die Ablehnung von
hübsch ausgestatteten Praxisstätten, die Meister dieser Linie
verbrachten oft ihr ganzes Leben in bescheidensten Verhältnissen mit
einem Minimum an Besitz.
Dharmaorganisationen
pflegen sehr rasch zum Selbstzweck zu entarteten, oft tritt auch der Fall
ein, daß um die Nachfolge eines berühmten Meisters entweder
Streitigkeiten entstehen oder der Nachfolger in seiner Realisation der
Lehre gegenüber der Gründerfigur einer solchen Organisation stark
abfällt. Der HTyp vermeidet es, über solche Dinge nachzudenken.
Fehler sieht er nur bei anderen Organisationen. Der HTyp geht fließend
in den Sektierertyp über.
Der ATyp praktiziert
sehr viel. Er ist nicht mit Organisationsaufgaben, sondern mit Praxisaufgaben
beschäftigt. Wenn er zu einer Einweihung hingeht, in deren Verlauf
ihm mitgeteilt wird, er müsse nun jeden Tag ein bestimmtes Mantra
108mal rezitieren, so führt er dies aus. Da er immer wieder zu solchen
Einweihungen hingeht, ist sein Tag bald ausgefüllt! Während der
vorbereitenden Übungen tendieren wir alle Richtung ATyp. Ich habe
Leute getroffen, die der Meinung sind, nach 100000 Niederwerfungen weiter
fortgeschritten zu sein als etwa jemand, der mit diesen Niederwerfungen
noch nicht einmal begonnen hat! In Wirklichkeit verstellt diese Art von
Identifikation jede Entwicklung. Es geht bei diesen Übungen nicht
darum, sie "fertig zu machen", sondern ein definiertes Resultat zu erzielen
(vgl. dazu Paltrul Rinpoche, The Words of my perfect Teacher, der beste
übersetzte Kommentar zu den vorbereitenden Übungen).
HTyp und ATyp machen
denselben Fehler: Sie lassen sich vom relativen Aspekt (den Methoden, Upaya)
der Lehren so fesseln, daß sie den absoluten Aspekt (das Ziel, die
Weisheit der Eisicht in die Leerheit, Prajna) aus den Augen verlieren.
Die Lösungsstrategie
besteht in einer intensiven Auseinandersetzung mit dem absoluten Aspekt.
Bei stärkerer Ausprägung haben beide Typen nur eine Möglichkeit:
Mit allen Strukturen brechen, alle "Dharma-Gewohnheiten" aufgeben, noch
einmal von vorne beginnen, möglichst unter der Anleitung eines Lehrers,
der hindernde Identifikationen erkennt und zerstört.
Der
Sektierer-Typus
ist im Vergleich
zu den anderen Formen sowohl bezüglich seines eigenen Fortschritts
als auch des Fortschritts der anderen Übenden, letztlich bezüglich
der Entwicklung des ganzen Sangha der größte Hinderer. Er hängt
einer bestimmten Überlieferungslinie an, von der er glaubt, daß
sie höher, wahrer, besser als andere Überlieferungslinien ist.
Er verfügt über keine oder nur geringe Kenntnis des Dharma in
seiner Gesamtheit, dafür kann er die Aussagen seines Linienhaupts
gebetsmühlenartig wiedergeben. Er bricht ständig die tantrischen
Gelübde. Es ist nämlich für Eingeweihte tantrischer Mandalas
striktest untersagt, die eigene Linie über andere Linien zu stellen.
Fehler sieht er immer nur bei anderen. Greifen seine Lehrer zu Lügen,
Verleumdungen, gewalttätiger Sprache, findet er stets wortreiche Rechtfertigungen.
Eigenes Denken untersagt er sich strikt. Eigenes Denken, Kritik, unabhängiges
Handeln ist für ihn Vertrauensmangel, ein zu starkes Ego, ein dharmafeindlicher
Dämon. Sanghaangehörige, die ihn oder seine Gruppe oder seinen
Meister kritisieren, sind für ihn unwissend, verblendet, haben keine
Einsicht in die Wahrheit, haben ein zu starkes Ego und so weiter.
Der aktuelle Sektierer-Typus
glaubt häufig, daß gerade sein Buddhismus besonders fortgeschritten,
modern, angepaßt an die westlichen Verhältnisse ist. Andere
Schulen sind für ihn in der Entwicklung zurückgeblieben. Manchmal
argumentiert er mit der großen Zahl der Mitglieder seiner Gruppe:
Der Erfolg der großen Zahl ist der Beweis für die Richtigkeit
des Vorgehens.
Manchmal mit der
kleinen Zahl: Das ist eben die Dharma-Elite. Er lehnt es ab, Belehrungen
von Meistern anzunehmen, die nicht seiner Linie angehören. (Wiederum
ein Bruch der tantrischen Gelübde.)
Für den Menschen,
der erkennt, daß er zum Sektierer-Typus tendiert oder diesem schon
ganz angehört, gibt es nur einen Ausweg: Sofortiger Austritt aus der
entsprechenden Dharmagruppe. Dies kann in manchen Fällen psychotherapeutische
Hilfe erfordern. Die gebrochenen Gelübde sollten mit Hilfe eines Meisters
wieder errichtet werden, der allgemein (nicht nur innerhalb bestimmter
Gruppierungen) als makellos gilt. Ist die Tendenz nur milde ausgeprägt,
hilft intensives Studium der kanonischen Texte, also der Sutras und Tantras.
Mögen diese
Betrachtungen
zum Nutzen aller
Wesen sein,
möge der Kern
aller Lehren - die Kenntnis der
grundlegenden Natur
des menschlichen Geistes -
im dunklen Zeitalter
des Niedergangs erhalten bleiben.
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