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Hevajra
Kalachakra FAQ
Vajrakila
Gelübde
Erotisches Tantra
|
Helmut
Poller
Darlegung der
Bedeutung der "14 Wurzel-Verletzungen der Gelübde"
gegeben
im Drikung Phuntsog Chöling, Wien, 1996
Benutzte Unterlagen (hier
werden nur Texte aufgezählt, welche auf alle 14 Punkte unmittelbar Bezug
nehmen):
Übersetzung
des tib. Textes "Samaya-Repare", welcher in den Tsog-Pujas
der Drikung-Kagyü-Linie verwendet wird, von Dr. Andrea
Loseries-Leick.
Engl.
Übersetzung der 14 Punkte nach dem Originaltext von Asvagosa,
in Dudjom Rinpoche/ History & Teachings of the Nyingma Bd 2, S.
172
Kommentar
von Kalu Rinpoche in "Den Pfad des Buddha gehen", S. 145
ff.
Kommentar
von Sakya Pandit (engl. Übersetzung).
Motivation:
Das
möglichst weitgehende Einhalten der tantrischen Gelübde ist
für die praktizierenden Yogis und Yoginis von essentieller
Bedeutung.
Über
den Text:
Der
ursprügliche Text stammt aus dem Mulapattisamgraha von Asvagosa.
Es ist ein typischer dichter, knapper, auswendig zu lernender Text
aus der Zeit der Entstehung der buddhistischen Tantras. Es gibt
mehrere Bedeutungsebenen und nicht nur die wörtliche Bedeutung!
Erläuterungen durch den Guru oder die initiierende Dakini sind
erforderlich und können in diesem Kommentar nicht gegeben
werden.
Einordnung
der 14 Punkte in den Übungsweg:
Zuerst
müssen das Zufluchtsgelübde und die damit verbundenen
"sittlichen Übungen" genommen und gehalten werden.
Dann das
Bodhisattvagelübde.
Dann die Vajrayana-Einweihung: Es gibt 4 Tantra-Stufen, jede mit
speziellen Gelübden. Die 14 Punkte sind mit jeder (!) Einweihung
in ein Tantra der Anuttara-Stufe in jeder der "neuen"
(Sarma-) Schulen enthalten, auch wenn das nicht explizit dazugesagt
wird! (Die Anuttara-Stufe der "alten"
Schule - Nyingma - ist dreigeteilt und hat andere, teilw. ähnliche,
Gelübde. Alle anderen Schulen sind "neu".)
Beispiele:
Jede
Einweihung in die Mandalas von Vajrayogini, Cakrasamvara, Hevajra,
Ghuyasamaja, Yamantaka, Kalachakra, Vajrakila, Simamukha etc. in allen
Saskya-, Kagyü-, Gelug- Linien geht mit der Ablegung dieser
Gelübde bzw. dem Versprechen, die 14 Wurzel-Verletzungen nicht
zu begehen, einher.
Wer
auch immer den Rang des Vajradhara erlangen möchte sowie die
irdischen und überirdischen Siddhis, muß dem Wort des
Vajrameisters folgen. Wer ihn verletzt (verleumdet, geringschätzt,
verächtlich macht), verliert das erste Wurzelsamaya.
Unter Vajrameister ist in diesem Zusammenhang diejenige Person zu
verstehen, welche die Einweihung in das Anuttara-Tantra gibt, unter
der einzigen Einschränkung, daß diese Person zum Geben der
Einweihung durch eigene Verwirklichung befähigt ist.
Durch Guru-Yoga auf den verwirklichten Meister und die Vorstellung
der Identität des Meisters mit der tantrischen Gottheit hat die
Schülerin in immer höherem Maß an der Verwirklichung
des Meisters teil.
Somit
sollen Gedanken, Worte und Handlungen vermieden werden, welche diesen
Verschmelzungsprozess behindern.
Wer das Wort des
Sugata (des Buddha) übertritt, verliert das zweite Samaya.
Der Geist (nicht der Buchstabe!) des Buddha-Wortes (darunter werden
im Vajrayana alle Sutra- und Tantratexte verstanden, nicht aber die
Kommentare etc.) darf nie verlassen werden.
In der Praxis bedeutet dies, daß auch die Gelübde des
Hinayana (Zuflucht, sittliche Regeln) und des Mahayana (Bodhicitta
entwickeln) vollkommen beibehalten und nicht etwa durch die "höheren"
tantrischen Gelübde relativiert oder abgelöst werden.
Streiten mit
Vajrageschwistern ist das Brechen des dritten Samaya.
Vajrageschwister im engsten Sinn sind alle Yogis und Yoginis, welche
vom gleichen Meister die gleiche Einweihung haben.
Vajrageschwister im weiteren Sinn (es gibt noch feinere Abstufungen)
sind die Angehörigen einer Schule (des tantrischen Buddhismus).
So, wie sich die Gottheiten innerhalb eines Mandala zueinander
verhalten, so sollten sich solche Praktizierende, welche nach der
Einweihung diese Gottheiten repräsentieren, zueinander
verhalten. Auch die kleinsten Disharmonien sind unverzüglich zu
korrigieren.
Streiten ist nicht erst der Ausbruch von Feindseligkeiten, sondern
jede potentiell Zwietracht bewirkende Handlung, zB. Ist es nicht
angebracht, das Verhalten eines Mitgliedes des Mandalas hinter dessen
Rücken verächtlich zu machen.
Vajrageschwister im weitesten Sinn sind alle Vajrayana-Praktizierenden
aller Stufen und Schulen (vgl. 6. Samaya).
Aufhören, die
empfindenden Wesen zu lieben, ist das Brechen des vierten Samaya.
Das 1., 2. und 3. Samaya beschreiben die tantrischen Gelübde
bezüglich der Zufluchtsobjekte Buddha, Dharma und Sangha.
Nun geht es um alle lebenden Wesen ohne Ausnahme. Hier wird nicht das
Bodhisattva-Gelübde, zum Heil aller Wesen nach Erleuchtung zu
streben, wiederholt! Kritisiert werden hier Praktizierende, die keine
soziale Verantwortung mehr wahrnehmen und aus einer ichbezogenen
Pseudo-Weltverachtung heraus meinen, sich um die allgemeine Wohlfahrt
nicht mehr kümmern zu müssen.
Liebe im buddhistischen Sinn meint immer aktive, handelnde Zuwendung
und erschöpft sich nie in bloßer Gefühligkeit, die es
vor allem dem "Liebenden" ermöglicht, sich selber gut
zu fühlen. Das mangelnde Verständnis dieses Punktes hat in
der Vergangenheit in einigen Ländern mit einem hohen Anteil an
Anhängern des buddhistischen Tantra zur Ausbildung einer
geistlichen Schmarotzer-Kaste geführt, welche -jeglicher
Kritisierbarkeit enthoben - hauptsächlich an der Absicherung
ihrer Refugien interessiert war. Zur Zeit von Asvagosa übten die
Tantriker unter größter Heimlichkeit außerhalb des
rigiden Systems der altindischen Gesellschaft!
Das
Aufgeben des Erleuchtungsgeistes, der Wurzel jeder Dharmapraxis, ist
das Brechen des fünften Samaya.
Die Anuttara (=unübertrefflich)-Stufe des buddhistischen Tantra
ist die letzte und höchste. Sie dient dazu, die völlige Befreiung zu erlangen. Wer Zutritt in das Mandala einer Gottheit der
Anuttara-Klasse erlangt, sollte sich nun wirklich bemühen, den
Weg in diesem Leben bis zum Ende zu gehen.
Praxis als Selbstzweck, Flucht vor dem Sprung in den nondualen
Zustand (ohne rein/unrein, hoch/tief, gut/böse, frei von
Hoffnung und Furcht), jeder Gedanke der Art "Ich werde in diesem
Leben keine Verwirklichung erreichen, weil...", all das ist ein
Bruch des 5. Samaya.
Eine
weitere Ebene der Interpretation: Erleuchtungsgeist = Bodhicitta =
Samen und weibliches Sexualsekret; dh. das Paar soll während des
Liebesakts diese Essenzen nicht verlieren.
Die
eigene Dharma-Richtung oder die Lehre von anderen herabzusetzen ist
das Brechen des sechsten Samaya.
Im engsten Sinn heißt dies: jegliches Stellen der eigenen
tantrischen Überlieferungslinie über die eines anderen,
jedes Herabsetzen einer anderen Linie hat zu unterbleiben.
Ein besonders gravierender Bruch des Samaya ist es, wenn ein Lehrer
einer Linie derartiges über eine andere Linie äußert
oder gar versucht, einen Schüler daran zu hindern, Übertragungen
einer anderen Linie zu erhalten. Ob Nyingma-, Sakya-, Kagyü-,
Gelug-Schule oder eine der kleineren Linien: alle erlangen den
gleichen Buddha. Die Schülerin kann sich für eine Linie
entscheiden, aber sie sollte nicht einmal denken, nun eine bessere
Linie zu haben als jemand anderer. Auch Behauptungen auf dem Niveau
"Unser Tulku ist höher als eurer" u.ä. sind zu
unterlassen.
Die Aussage bezieht sich auf echte buddhistisch-tantrische Dharma-Richtungen, nicht auf
dualistische oder sektiererische Gruppierungen, welche ihre Anhänger eher versklaven als befreien.
(Interessanterweise kann man solche unter anderem daran erkennen, dass sie immer versuchen, ihre Anhänger davon abzuhalten, andere Dharma-Gruppen aufzusuchen).
Nicht
ordentlich gereiften Wesen Geheimnisse zu erklären ist das
Brechen des siebenten Samaya.
Der gesamte Bereich des Anuttara-Tantra ist eine geheime, nur für
Eingeweihte bestimmte Lehre. Ebenso viele Arten von Vajrayana-Praxis,
wie die sechs Yogas von Naropa (inkl. Phowa), Chöd,
Dharmapala-Pujas etc. All diese Lehren sind vor Personen, die nicht
die entsprechenden Ermächtigungen von ihren Lehrern bekommen
haben, geheim zu halten.
Zu diesem Punkt gehört auch, daß es nicht erlaubt ist,
bestimmte Einweihungen an Leute zu vergeben, von deren Eignung sich
die Linienhalter nicht gründlich überzeugt haben. Da dies
heutzutage nur noch selten eingehalten wird, bedeutet die Tatsache,
an einer Anuttara-Tantra-Einweihung teilgenommen zu haben, noch lange
nicht die Zulassung zur eigentlichen Praxis.
Ob ein Wesen als "ordentlich gereift" zu betrachten ist,
und wenn ja, wofür gereift, ist generell nicht von der Erfüllung
formaler Kriterien abhängig, auch nicht von der Ausführung
diverser 100 000facher Rezitationen, sondern einzig vom erzielten
Ergebnis.
Wer solches nicht sicher beurteilen kann, möge die Weitergabe
der geheimen Instruktionen sein lassen.
Die Lehren des Sutra-Pfades und die Äußeren Tantras
hingegen (Tara, Chenresig, Manjushri u. ä.) dürfen und sollen
jedem Interessenten offen dargelegt werden.
Die eigenen
Skandhas zu mißachten, die ihrer Natur nach die fünf
Buddhas sind, ist das Brechen des achten Samaya.
Die fünf Skandhas und speziell der Körper gelten in der
Hinayana-Sicht als etwas Unreines bzw. als etwas, wovon man sich
lösen soll.
Das Einhalten dieses Samaya setzt natürlich ein meditativ
vertieftes Verständnis der fünf Skandhas (als vergänglich,
ichlos,...) voraus. Nicht nur der Körper, sondern das gesamte
eigene psychophysische Kontinuum ist als rein von Anbeginn zu
betrachten, indem es mit den fünf Buddhas identifiziert wird.
Vairocana =
Rupa-Skandha, der materielle Körper inkl. aller
physikalisch-chemischen Sinneswahrnehmungen und -vorgänge
Ratnasambhava
= Vedana-Skandha, Sphäre der Gefühle
Amithaba =
Samjna-Skandha, Sphäre der mentalen Unterscheidungsprozesse
Amoghasiddhi =
Samskara-Skandha, willensmäßige Absichten
Akshobhya =
Vjnana-Skandha, zugrundeliegendes Bewußtsein
Dies ist die nicht mehr zu verlassende Sichtweise des
Anuttara-Tantra. Die 25 Zweiggelübde von Guru Rinpoche (gelten
auf den Stufen von Mahayana- und Anu-Yoga der Nyingma-Schule)
enthalten spezielle Praktiken zur Vertiefung dieser Sichtweise.
Zu zweifeln, daß
die Dharmas (die kleinsten Komponenten aller Phänomene) von
Anfang an rein sind, ist das Brechen des neunten Samaya.
Die nach innen gerichtete Sichtweise des achten Samaya wird nun auf
die äußeren Erscheineungen angewandt. Was immer erscheint,
ist völlig rein, weil es leer (shunya) von jeder unabhängigen
Eigenexistenz ist. Deutlich ist zu sehen, daß ohne ein klares -
nicht bloß intellektuelles - Verständnis der
Mahayana-Sichtweise es nicht einmal möglich ist, die tantrischen
Gelübde zu halten, geschweige denn, die tantrische Praxis
korrekt auszuführen. Nicht-dual, nicht unterscheidend (zwischen
rein und unrein etc.) ist nicht nur das Ziel, sondern auch die
Methode, in diesem Fall die tantrische Hauptmethode, nämlich das
Halten der Gelübde.
Die Behauptung der Texte, daß bereits das bloße Halten
der Gelübde zur Verwirklichung führt, wird spätestens
an dieser Stelle klar.
Jemanden
Ungeeigneten immer zu lieben, ist das Brechen des zehnten Samaya.
Wesen, welche die Lehren verdrehen, Übertragungen hindern,
ständig die Gelübde brechen u.ä. darf man nicht aus
falschem Mitgefühl heraus mit Nachsicht behandeln: Die
unterwerfenden oder befreienden Buddha-Aktivitäten müssen
(!) in so einem Fall ausgeführt werden.
Gegebenheiten, die
von Natur aus ohne Namen sind, mit Namen zu versehen, ist das
Brechen des elften Samaya.
Die Frucht des unübertrefflichen Pfades soll nicht in
gedankliche oder verbale Konzepte gefaßt werden. Im übrigen
bilden solche Konzepte ein ernsthaftes Hindernis der Realisation.
Nicht nur sich selbst, auch andere kann man damit täuschen. In
der Praxis führt das Brechen dieses Samaya zu unerquicklichen
Degenerationserscheinungen wie zum Beispiel dem Herabsinken des
Guru-Yoga bis zum dümmsten Personenkult. Beispielsweise brechen
Leute, die der Überzeugung Ausdruck verleihen, daß Lama
Soundso dieselbe Verwirklichung wie Milarepa hat, dieses Samaya aufs
Gröbste.
Alle allgemeinen Äußerungen über die Erlangung der
Leerheitserfahrung können in die Irre führen; alle auf die
Zukunft gerichteten Vorstellungen über Lehrer und Lehre tun es
ganz sicher. Was für einen Praktizierenden gilt, kann für
einen anderen zum Gift werden und umgekehrt. Der Bewußtseinszustand
ohne Konzepte gründet sich auf nichts und ist von keinen
Bedingungen abhängig. Vgl. Tao Te King: "Der Name, der sich
nennen läßt, ist nicht der ewige Name."
Gläubige
Wesen (wegen ihres Glaubens) zu schmähen, ist das Brechen des
zwölften Samaya.
Der Buddhismus kennt viele Stufen und Methoden, angepaßt an die
Auffassungsgabe von Wesen sehr verschiedener Fähigkeiten und
Intelligenz. Yogis und Yoginis des höchsten Tantra sollten sich
niemals Menschen überlegen fühlen, die ihr Vertrauen zur
großen tiefgründigen Lehre der Buddhas ausdrücken,
indem sie hauptsächlich Opfergaben darbringen, Stupas umwandeln,
Gebetsmühlen drehen und ähnliche, fälschlicherweise
niedrig genannte Praktiken ausführen.
In den Sutras gibt es unzählige Geschichten von Menschen, die
durch Abbrennen von Räucherwerk vor einer Buddhastatue erste
Ursachen geschaffen haben, die in einem späteren Leben in der
Erlangung der Buddhaschaft kulminierten! Technisch gesehen ist ein
Praktizierender des Anuttara-Tantra der Vajrahölle bedeutend
näher als ein "einfacher" OM MANI PADME HUM-Murmler.
Übrigens wird das 7. Samaya der Geheimhaltung gebrochen, wenn
man Wesen mit Leerheit, Konzeptlosigkeit oder Namenlosigkeit (11.
Samaya) konfrontiert, die das nicht verstehen können oder
wollen.
Die Samayas, die
man angenommen hat, nicht anzuerkenen, ist das Brechen des
dreizehnten Samaya.
Das ist auf drei ganz verschiedenen Ebenen zu verstehen:
Natürlich
gibt es immer ein paar Unentwegte, die meinen, daß alles bis
jetzt Gesagte für sie nicht oder nur teilweise oder nicht so
streng gilt; manche führen sogar die Dsog-Chen-Gelübde an,
um diese Samayas zu relativieren. Diese Leute brechen das 13.
Samaya. Wer eine Anuttara-Einweihung hat und diese Samayas nicht
halten will oder kann (so jemand hat früher gar keine
Einweihung bekommen), möge im eigenen Interesse die Finger von
der Praxis lassen.
PraktikantInnen, die Probleme mit dem 8. und 9. Samaya haben, müssen
die erforderlichen Grundlagen aus dem Sutra-System nachholen.
Andernfalls werden neurotische Vorstellungen in die Gottheiten
projiziert, was zu desaströsen Resultaten führt.
Es gibt
individuelle Samayas, welche die Lehrerin der Schülerin gibt,
oder solche, die mit einer spezifischen Praxis einhergehen, oder
weitere Zweig-Samayas, die nicht so fundamental sind wie die 14
Wurzel-Verletzungen, die mit gutem Grund so genannt werden. All das
sollte gehalten werden.
Es gibt
Verhaltensregeln bei Tsog-Pujas (Ganachakra), zB. muß man
Alkohol und Fleisch im Sinn des 9. Samaya annehmen. Richtig
ausgeführte Tsog-Pujas der Anuttara-Klasse transzendieren
sämtliche persönlichen Grenzen.
Frauen sind die
Quelle der Weisheit (Prajna). Sie herabzusetzen ist das Brechen des
vierzehnten Samaya.
Historische Bedeutung: Im Pali-Kanon und in den Mahayana-Sutren
finden sich immer wieder Stellen, welche eindeutig Frauen
diskriminieren: z. B. Frauen könnten keine Buddhaschaft erlangen
und ähnliches mehr. Diesen Unsinn haben natürlich männliche
Mönche verfaßt. Heutzutage nimmt das - hoffentlich -
niemand mehr ernst.
Aktuelle Bedeutung: Yogis und Yoginis sollen sich aktiv für die
Gleichstellung der Frauen, Frauenrechte usw. einsetzen, ebenso gegen
Sex-Tourismus, Sklaverei usw., vgl. 4. Samaya. Speziell den Sangha
betreffend, sollteder in den asiatischen Ländern seit
Jahrhunderten währenden zahlenmäßigen Dominanz
männlicher Lehrer endlich ein Ende gesetzt werden. Frauen sollen
ermutigt werden, die langwierige Ausbildung zur Linienhalterin zu
machen, um diesen Mangel an Gleichgewicht zu beheben.
Symbolische Bedeutung: Yab-Yum-Formen, also Yidam-Gottheiten in
sexueller Vereinigung symbolisieren die niemals getrennte Identität
der männlich gedachten Methoden (Upaya) und des weiblich
gedachten Ziels (Prajna). Die Prajna-Paramita-Sutren, deren
Verständnis das Fundament der Tantras bildet, haben eine
ebenfalls Prajnaparamita genannte weibliche Verkörperung -
letztlich sind alle Dakinis und die Partnerinnen der männlichen
Gottheiten Verkörperungen der Prajna-Paramita. Darum sollten die
Mäner die Frauen als Quelle der Weisheit verehren, womit wieder
Methode und Ziel ident werden...
[Schluß
des Textes]
Wenn
der Mantrahalter das Brechen der Samayas aufgibt, wird er tatsächlich
die Siddhis erhalten. Ich bereue das Brechen der Wurzel-Samaya von
Körper, Rede und Geist sowie das Brechen der Zweigsamaya. Bitte
gebt mir euren Segen, damit das Brechen der Samaya gereinigt wird!
Mit
täglichem Rezitieren dieses Textes und dem Garnieren mit ein
paar Vajrasattva-Mantras wird noch nicht viel erreicht.
Hingebungsvolle und ausdauernde Meditation, stetes Beibehalten der
Sichtweise und makelloses Handeln, das ist das Gefolge des Yidam.
Yogis und Yoginis, die die Gelübde halten, kennen keine Scham,
weil es nichts gibt, dessen sie sich zu schämen hätten.
Mögen
die Dharmaschützer durch diese Darlegung erfreut und zufrieden
gestellt werden. Möge diese Darlegung für alle SchülerInnen
n nützlich sein. Der Verdienst dieser Darlegung sei speziell
jenen gewidmet, die durch den Bruch der Gelübde die Fährte
zu den niedrigen Bereichen gewählt haben.
Mögen
sie umkehren, mögen sie sich dem gütigen Lama, der die
gebrochenen Gelübde wieder aufrichtet, ohne Vorbehalte zuwenden.
Möge
das Licht des ursprünglichen Tantra niemals untergehen!
S.H. Chetsang Rinpoche, Oberhaupt
der Drikungpas, gewidmet:
Verehrung
dem makellosen Gelübdehalter der goldenen Linie,
die
flüsternde Übertragung genannt wird,
dem
Herrn des Mandala, "Verborgene Aktivität des Juwels",
der
Leerheit und Ekstase in sich vereint hat!
Das
verkörperte Mandala der Gottheit ist nichts anderes
Als
das ultimate Ganachakra-Fest der verwirklichten Yogis und Yoginis.
Überwältigt
wird die Welt vom Löwengebrüll des Buddha.
HUM!
ANUTTARA SAMYAKSAMBODHI HUM!
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